Kurze Wege für Träger von Cochlea-Implantaten

Das Netzwerk wächst: Bei der Nachsorge von Cochlea-Implantaten setzen jetzt auch das „Hörzentrum Denkert“ in Kassel und „Nockemann Hörakustik“ aus Lüdenscheid auf das „Remote-Fitting-System“. Die von auric Hörsysteme entwickelte Technologie erspart den Patienten unnötige Wege.

Rheine. Das „auric Remote-Fitting-System“ (aRFS) ermöglicht den Trägern von Cochlea-Implantaten eine wohnortnahe Nachsorge. Früher mussten die Patienten häufig mehrere hundert Kilometer zu einer spezialisierten Klinik fahren. Heute werden sie an einem der bundesweit 25 „Remote-Fitting“-Standorte betreut – und das Netzwerk wird immer größer.

Hörakustikmeister Peter Denkert
Hörakustikmeister Peter Denkert

Im Frühjahr 2017 hat sich das „Hörzentrum Denkert“ aus Kassel dem aRFS-Netzwerk angeschlossen. „Viele CI-Patienten möchten in der Nähe ihres Wohnorts betreut werden. Sie wollen keine weiten Wege für diese Termine zurücklegen“, sagt Hörakustikmeister Peter Denkert. „Wir freuen uns, dass wir diese Technologie nun auch am Standort Kassel anbieten können. Davon profitieren die Menschen in unserer Region.“

Hörakustikmeisterin Sandra Stumpe
Hörakustikmeisterin Sandra Stumpe

Seit Juli arbeitet auch „Nockemann Hörakustik“ am Standort Lüdenscheid mit dem „Remote-Fitting-System“ von auric Hörsysteme. Das nordrhein-westfälische Unternehmen unterhält zusätzliche Filialen in Olpe, Attendorn, Halver, Meinerzhagen, Kierspe und Plettenberg. „Mit unseren Serviceleistungen und Angeboten verfolgen wir ein Ziel: Wir möchten unseren Kunden den bestmöglichen Hörgenuss bieten – dazu gehört auch die zeitgemäße Nachsorge bei Cochlea-Implantaten“, sagt Hörakustikmeisterin Sandra Stumpe von Nockemann Hörakustik.

Das Unternehmen „auric Hörsysteme“ aus Rheine setzt seit der Gründung 1995 konsequent auf die Felder Forschung und Entwicklung. So entstand das „Remote-Fitting-System“, das es möglich macht, Hörgeräte über eine gesicherte Daten- und Videoverbindung aus der Ferne einzustellen. Seit 2010 wird das System auch für Träger von Cochlea-Implantaten angeboten. Inzwischen gibt es 25 aRFS-Standorte. Im Jahr 2016 wurden mehr als 500 Nachsorgetermine über das Remote-System durchgeführt.

In Deutschland können bereits etwa 3000 hochgradig schwerhörige oder ertaubte Menschen dank eines Cochlea-Implantats wieder hören – Tendenz steigend.