+49 5971 9699-0

Akustisches Innenohrimplantat: "Intracochlear Acoustic Stimulator“ (ICAS)

Steckbrief

Forschungsprojekt: „Intracochlear Acoustic Stimulator“ (ICAS)

Projektkoordinator: Dr. Mark Winter / Dr. Theo Wesendahl (auric)

Projektträger: VDI/VDE Innovation + Technik GmbH

Förderzeitraum:

2012 - 2015

Fördersumme:
Projektsumme:

Unsere Partner

BMBF_footer
unituebingen
nmi_footer
fraunhofer_footer
vdi_footer
Darstellung-ICAS

1. HdO Hörgerät
2. Infrarot-LED
3. Photoempfänger
4. Piezoaktor

Fördern, was hören hilft

Forschungsprojekt zur Entwicklung eines neuartigen Hör-Implantats erhält Förderung durch das BMBF - auric Hörsysteme ist maßgeblicher Projektpartner

Für Patienten mit mittel- bis hochgradiger Schwerhörigkeit, für die aus medizinischen oder audiologischen Gründen kein herkömmliches Hörgerät in Frage kommt, blieb bislang oft nur eine Möglichkeit, das Hörvermögen deutlich zu verbessern: ein Implantat, das von außen oder innen im Knochen hinter dem Ohr verankert wird. Ein höchst aufwändiges und kostspieliges Verfahren, das unter Vollnarkose durchgeführt werden muss.

Doch wenn das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung nun für die Dauer von 3 Jahren mit einem Gesamtvolumen von 900.000 Euro geförderte Forschungsprojekt ICAS-Implantat die gewünschten Erfolge bringt, übernähme ein winziges, direkt in das Mittelohr ambulant eingesetztes Implantat die Aufgaben eines klassischen Hörimplantats.

Eine Mensch-Technik-Kooperation

Neben der Firma auric Hörsysteme sind das Universitätsklinikum Tübingen, das Naturwissenschaftliche und Medizinische Institut Tübingen sowie das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) an dem Forschungsprojekt beteiligt.

Kernstück des neuartigen Implantats ist das von dieser Forschergruppe bereits entwickelte und im letzten Jahr vom BMBF ausgezeichnete Rundfensterimplantat. Bahnbrechend ist die „Größe“ dieses Schallwandlers, der eine Implantation direkt im Mittelohr erst ermöglicht.
Er ist kleiner als ein Reiskorn und wird direkt an der Verbindung zwischen Mittelohr und Innenohr, bevorzugt am sogenannten „runden Fenster“, platziert“, so Professor Zenner, Direktor der HNO-Klinik Tübingen und Dr. Theo Wesendahl vom Projektpartner auric.

Der finale Entwicklungsschritt beginnt

Nach dem Erfolg dieses zentralen Projektes geht es nun darum, das Gesamtsystem (ICAS) zu entwickeln:

Ein konventionelles Hörgerät wird dazu an seinem Schlauch-Ende, der in den Gehörgang hineinragt, mit einer Infrarot-LED ausgerüstet. Diese sendet Lichtsignale durch das Trommelfell an das dahinter eingesetzte Implantat. Die photovoltaische Empfangseinheit des Implantats wandelt das Licht in elektrischen Strom um und aktiviert den Piezoaktor, die eigentliche Schnittstelle des Mini-Implantats. Denn über den Piezoaktor ist es an einem der beiden Fenster zum Innenohr direkt an die Innenohrflüssigkeiten angekoppelt und die elektrischen Signale können so unmittelbar in Schwingungen übertragen werden.
Das Klangergebnis dürfte die Leistung der klassischen Implantate deutlich übertreffen - auch wenn sich das Gehirn, wie bei allen Hörimplantaten, zunächst auf diese Form der Klangübermittlung einstellen muss.

3 Jahre bis zum Prototypen

„Es wird erwartet, nach 3 Jahren funktionstüchtige Prototypen entwickelt zu haben. Daran würden sich dann klinische Studien anschließen, bevor es zu einem regulären Einsatz kommen kann“, lautet die Einschätzung von Dr. Mark Winter, Geschäftsführer und audiologischer Leiter bei auric und Projektkoordinator für das ICAS.

Auch ein wenig Zukunftsmusik sei hier abschließend erlaubt. Denn am Ende aller Forschung und Entwicklung soll für mittel- bis hochgradige Schwerhörigkeiten eine Hörhilfe zur Verfügung stehen, die nach minimalinvasivem Eingriff bei Patienten wieder eine vollwertige gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht. Und das bei weitaus geringeren Kosten, als sie beim Einsatz eines klassischen Implantats entstehen. Mithin eine ebenso unschätzbar wertvolle wie kostenmäßig überschaubare Hilfe für all die vielen Menschen, die unter der Volkskrankheit Schwerhörigkeit leiden.

Für weitere Fragen zu ICAS kontaktieren Sie gerne
Herrn Markus Piepel:

Tel.: (05971) 96 99 703
Email: markus.piepel@auric.de

Anschrift:
auric Hörsysteme GmbH & Co. KG
Osnabrücker Straße 2-12
48429 Rheine