Rheine. Wer ein Hörgerät verschrieben bekommt, der muss zu einem Hörgeräteakustiker. Das ist der klassische Weg. Der Verkürzte Versorgungsweg, wie ihn die Firma auric Hörsysteme GmbH & Co. KG anbietet, weicht von dieser Praxis ab. Hier erhält der Patient die Leistungen direkt vor Ort in der HNO-Praxis.

Im Verkürzten Versorgungsweg sind Mediziner und Akustiker Partner, die während des gesamten Versorgungsverlaufs miteinander kooperieren. Der HNO-Arzt klärt die Patienten über die Wahlfreiheit auf. Entscheidet dieser sich für den Verkürzten Versorgungsweg, so wird das Muster 15 zur Genehmigung an die Krankenkasse des Versicherten geschickt, von der dieser es dann zurückerhält. Danach führt der HNO-Arzt audiometrische Messungen durch, berät bei Auswahl des Hörgeräts und nimmt den Ohrabdruck. Dabei stehen dem Patienten die Geräte aller Hersteller zur Auswahl.

Hörgerät individuell programmiert

Im Anschluss gehen die Messdaten und der Ohrabdruck ins münsterländische Rheine – dem Sitz von auric Hörsysteme GmbH & Co. KG. In dem spezialisierten Betrieb arbeiten zahlreiche Hörgeräteakustiker und Hörgeräteakustikermeister. Sie prüfen zunächst die Aufträge unter Berücksichtigung der Messdaten.

Im nächsten Schritt wird das gewünschte Hörgerät individuell programmiert – und soweit erforderlich eine zugehörige Otoplastik hergestellt. Der jeweilige Akustiker ist dabei auf bestimmte Modelle beziehungsweise Hersteller spezialisiert. Dabei kann er zudem auf Daten aus über 150.000 Versorgungen zurückgreifen. Die Voreinstellung des gewünschten Hörgeräts erfolgt stets unter Meisterpräsenz.

Zugriff via Online-Verbindung

Innerhalb von drei bis vier Tagen ist die Vorarbeit in Rheine erledigt. Die voreingestellten Hörgeräte verlassen dann die Firmenzentrale. Per Post geht es auf dem schnellsten Weg in die Praxis. Dort weist speziell geschultes Personal und der HNO-Arzt den Patienten in den Gebrauch und die Reinigung seines Hörgerätes ein.

Die Feineinstellung übernimmt dann wieder ein Hörgeräteakustiker in Rheine. Via Online-Verbindung kann er auf das Hörgerät zugreifen. Das alles geschieht arbeitsteilig zwischen der Praxis und auric. Der Patient bekommt alle Leistungen quasi aus einer Hand. Einzige Ausnahmen: Ausgenommen von der Versorgung sind Kinder – ebenso gehören an Taubheit grenzende Patienten (WHO4) in die Hände von Spezialisten. Zudem wird in der Praxis des HNO-Arztes kein Hörgeräte-Zubehör verkauft, etwa Batterien. Auric betreibt hierfür einen eigenen Online-Shop.

Hörgerät zur Probe tragen

Die Leistungen, die der Arzt und sein Personal zusätzlich übernehmen, werden mit dem entsprechenden Anteil des Festbetrages für das jeweilige Hilfsmittel vergütet. Die Beträge sind gestaffelt nach Art der Versorgung und dem Grad der Schwerhörigkeit. Die Auszahlung erfolgt gemäß den Vorgaben von Paragraf 128 SGB V über ein externes Abrechnungszentrum.

Hat der Patient mehrere Hörgeräte daheim zur Probe getragen und sich endgültig für ein bestimmtes Modell entschieden, überprüft der HNO-Arzt die Arbeit des Hörgeräteakustiker-Unternehmens auric Hörsysteme. Die individuelle Anpassung des Hörgeräts steht auf dem Prüfstand. Hier unterscheidet sich der Verkürzte Versorgungsweg nicht von der klassischen Variante.

Verkürzten Versorgungsweg: effiziente Kostenstruktur

Die HNO-Praxis ist während des gesamten Versorgungszeitraums von sechs Jahren die zentrale Anlaufstelle für die Patienten. Die effiziente Kostenstruktur im Verkürzten Versorgungsweg, macht sich auch bei den Aufzahlungen bemerkbar. Im ersten Halbjahr 2014 kamen 62 Prozent aller GKV-Versicherten mit dem Festbetrag aus.

Dass der Verkürzte Versorgungsweg bei auric Hörsysteme funktioniert, zeigt auch die hohe Zahl der Verträge, die mit Krankenkassen geschlossen wurden. Aktuell können sich rund 30 Millionen Versicherte für den Verkürzten Versorgungsweg entscheiden.

2014 Qualitätsinitiative gestartet

Die Firmen, die im Fachbereich „Verkürzter Versorgungsweg“ im Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) organisiert sind, starteten 2014 zudem eine Qualitätsinitiative: Auch auric Hörsysteme ist daran beteiligt. Das Unternehmen aus Rheine hat sich damit Qualitätskriterien und einem Compliance-Kodex verpflichtet.

Die Initiative und ihre Ansprüche sollen fortlaufend weiterentwickelt werden. Zu den Qualitätsmerkmalen gehört unter anderem die Definition von Versorgungsstandards und –abläufen, die Etablierung spezifischer Vorgaben für das Qualitätsmanagement-System, das Einhalten eines erarbeiten Verhaltenskodex und die Einführung von Qualitätssicherungsmaßnahmen wie zum Beispiel regelmäßige Kundenabfragen zur Versorgungsqualität.

24-Stunden-Reparatur-Service

Neben den Qualitätsanforderungen an die Versorgung, ist in den Verträgen mit den Krankenkassen auch die Nachsorge und Gewährleistung geregelt – entweder in der HNO-Praxis oder über den direkten Kontakt zur Zentrale in Rheine. So bietet auric Hörsysteme etwa einen 24-Stunden-Reparatur-Service an. Sollte ein Leihgerät erforderlich sein, erhält der Patient eines mit seinen individuellen Einstellungen. Allerdings ticken die Uhren beim Verkürzten Versorgungsweg anders als beim klassischen Einzelhandel: Samstag ist Ruhetag. Patienten erreichen ihre Ansprechpartner bei der Hörgeräteversorgung erst wieder am Montag.

Der Verkürzte Versorgungsweg ist insgesamt eine Alternative zur klassischen Versorgung, die allen gesetzlichen und qualitativen Ansprüchen gerecht wird. Der Bundesgerichtshof hat bestätigt, dass das Versorgungskonzept der Firma auric Hörsysteme in Einklang insbesondere mit dem Wettbewerbsrecht, der Handwerksordnung, der ärztlichen Musterberufsordnung sowie den sozialversicherungsrechtlichen Regelungen des SGB V steht (Aktenzeichen I ZR 59/98 und Aktenzeichen I ZR 275/99).